Cargill-Mitarbeiter zeigten Stärke im Warnstreik
Am 15.06.2010 folgten 60 Mitarbeiter/innen der Cargill Deutschland GmbH dem Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
Die Beschäftigten des Werkes Barby bei Magdeburg machten von 13:00 bis 15:00 Uhr klar, dass ihre Forderung nach einer Entgelterhöhung von 4,5 % für die Stärkeindustrie Nordrhein-Westfalen und Barby gerechtfertigt ist. Zur Unterstützung des Warnstreiks waren Kolleginnen und Kollegen vom Hauptsitz der Cargill Deutschland Krefeld (NRW) und aus Ibbenbüren (Münsterland) angereist.
Spruchbänder wie "Ob Handwerker, ob Laborant - es geht nur mit mehr Geld in der Hand; dazu braucht man keinen Verstand“; "Rund um die Uhr wird produziert, damit Cargill profitiert. Die Mitarbeiter sind engagiert, jetzt wird abkassiert“, untermauerten die Forderung nach einer angemessenen Entgelterhöhung.
"Dieses Cargill Werk ist mit einer der produktivsten Standorte der Cargill Deutschland. Die Belegschaft trägt hier bei einer sehr dünnen Personaldecke zu einer sehr positiven Gesamtbilanz bei.“, so René Weise, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Cargill in Barby und Mitglied der Tarifkommission für die Stärkeindustrie. Weise weiter: "Meine Kolleginnen und Kollegen leisten hier jeden Tag 120% und kriegen im Ergebnis weniger als die Nordrhein-Westfalen.“ Das Werk Barby ist seit 1993 an den Tarifvertrag der Stärkeindustrie Nordrhein-Westfalen gebunden und seither kämpfen die Kolleginnen und Kollegen in den Verhandlungen um ein gleiches Tarifniveau.
Während die Arbeitnehmerseite sich von 4,5 % aus deutlich bewegt hat, zeigte die Arbeitgeberseite sich in den letzten drei Verhandlungen sehr starr. Insgesamt steigerten sie Ihr Angebot nur von 1,7 % auf 1,9 %. Man will anscheinend unter keinen Umständen über die 2 %.
"Trotz einem voraussehbaren positiven Abschluss im aktuellen Geschäftsjahr 2009/2010 ist das Unternehmen nicht gewillt, den Kolleginnen und Kollegen mehr als 1,9 Prozent zu geben. Hier geht es ums Prinzip - wir wollen eine deutliche zwei vor dem Komma!“, so Ina Korte, Geschäftsführerin der NGG Region Krefeld-Neuss und Verhandlungsführerin der NGG.