Zum Schichtwechsel am 03.02.2011 legten etwa 80 Beschäftigte der Brauerei Diebels in Issum, der zum weltgrößten Bierbrauerkonzern InBev Germany Holding gehörenden Brauerei, die Arbeit für mehrere Stunden nieder.
Die Beschäftigten reagierten damit auf die Kündigung des Bundesrahmentarifvertrages (BRTV) durch den Deutschen Brauer-Bund e.V. Im BRTV sind die Eingruppierungsmerkmale festgelegt, die für die Höhe der Eingruppierungen der Brauereibeschäftigten relevant sind.
Der Arbeitgeberverband fordert unter anderem eine Niedriglohngruppe und geringere Vergütungen für die so genannte „Randbelegschaft“. Die damit verbundenen Entgeltabsenkungen würden z.B. Sekretärinnen, Außendienstler, Fahrer, Staplerfahrer, alle kaufmännische Angestellten ohne Sachbearbeiterstellung und viele andere betreffen.
Ina Korte-Grimberg, Geschäftsführerin der Region Krefeld-Neuss der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG): „Der Deutscher Brauer-Bund e.V. will eine Spaltung der Belegschaften, indem er einzelne Brauereibereiche schlechter als andere entlohnen will. Wir wollen aber keine Beschäftigten erster und zweiter Klasse, sondern wir wollen, dass gute Arbeit gerecht entlohnt wird.“
1974 schufen die Gewerkschaft NGG und der Deutsche Brauer-Bund e.V. als erste Tarifparteien bundesweit einen einheitlichen Entgeltrahmentarifvertrag für Arbeiter und Angestellte. Dieser sah gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit vor. Gehaltsunterschiede zwischen Angestellten und Arbeitern, Männern und Frauen oder jungen und älteren Beschäftigten waren damit nicht mehr möglich.